Obwohl die Anlässe oft unbedeutend sind, haben sie verheerende Folgen: Europas Großstädte verwandeln sich in Unruheherde. Politik und Medien sprechen nicht darüber, wie es soweit kommen konnte. Denn dann müssten sie ihre Mitschuld eingestehen.

Dabei könnte die Theorie von den drei Ebenen gesellschaftlicher Desintegration zu einem besseren Verständnis und potentiellen Lösungen führen.

Falsche Zuwanderungspolitik

In ganz Westeuropa wurde in den letzten Jahrzehnten eine Politik der Massenzuwanderung forciert. Grund dafür war Lohndumping für Profite (Import billiger Arbeitskräfte) und die Ideologie des Multikulturalismus (Import für mehr „Diversity“). Integration und Assimilation konnten nicht schritthalten und es entstand eine ethnokulturelle Fragmentierung der Großstädte.

Wichtig ist, dass dies weder einem Rassismus der Aufnahmegesellschaft, noch einem Unwillen der Zuwanderer anzulasten ist. Es handelt sich schlichtweg um einen Prozess, der in dem Ausmaß nicht stattfinden KONNTE. Wenn jemand Schuld an den gegenwärtigen Krisen hat, dann ist es die Politik, die schuldhaft oder fahrlässig die Realität ignorierte und Menschen zu Spielfiguren von Kapitals und Ideologie machte.

Strukturkrise: Arbeit und Bildung

Die Strukturkrise zeigt sich vor allem an ethnischer „Unterschichtung“ (Migranten stellen die unterste Schicht in der Aufnahmegesellschaft dar), an höherer Arbeitslosigkeit und an Bildungsdefiziten. Ja, es gibt Diskriminierung. Aber es ist nun einmal eine anthropologische Konstante, dass der Habitus der eigenen Gruppe bevorzugt wird. Daran wird kein Umerziehungsprogramm jemals etwas ändern, weil damit die Menschheit selbst zugrund gehen müsste.

Das führt zu einer bildungsmäßigen, beruflichen und sozialen Ungleichheit anhand ethnokultureller Merkmale. Der Unmut muss umso größer sein, als diese Ungleichheit als personalisierte Ungerechtigkeit verkannt wird: Migranten, die von der „rassistischen“ Aufnahmegesellschaft sprechen und die Aufnahmegesellschaft, die von „faulen“ Zuwanderern spricht.

Regulationskrise: Werte und Normen

Die Regulationskrise zeigt sich in einem Untergraben der gesellschaftlichen Werte- und Normenstruktur, v.a. der zunehmenden Spannung zwischen europäischen und nichteuropäischen Werte- und Normvorstellungen. Ja, die Menschen sind mehr als nur entwurzelte Produzenten und Konsumenten und vor allem haben sie je eine bestimmte Vorstellung von einem guten Leben.

So wie die Regulationskrise die Strukturkrise fördert, spitzt sich auch die Regulationskrise genau dort zu, wo die Strukturkrise sehr ausgeprägt ist. Wo die Wert- und Normvorstellungen der Aufnahmegesellschaft nicht anerkannt werden, verlieren auch die Gesetze an Bindung und im Angesicht von Perspektiven- und Orientierungslosigkeit suchen viele Migranten einen Halt im religiösen Fundamentalismus.

Kohäsionskrise: Zusammenhalt und Solidarität

Die Kohäsionskrise benennt den Verlust des sozialen Zusammenhalts innerhalb der Gesellschaft. Nicht nur verliert die Mehrheitsgesellschaft an Zusammenhalt, sondern bei Minderheiten findet eine Selbstethnisierung statt. Es kommt zu einer ethnischen Interessenpolitik, um das politische Gewicht zugunsten der eigenen Gruppeninteressen zu verlagern.

Wichtig sind dann nicht mehr nur die Verteilung von Ressourcen und Chancen und ein Ausgleich von Interessen, sondern die Frage des ethnokulturellen Selbstverständnisses der Gesellschaft. Ethnische Bindungen im Inneren der ethnokulturellen Gruppen werden verstärkt und die Abgrenzung zu anderen Gruppen gestärkt: Parallelgesellschaften entstehen.

Die Folge: Ethnische Konflikte

Betrachtet man die europäischen Vorstädte, so sieht man überall dasselbe Bild: Hohe Arbeitslosigkeit und schlechte Bildungschancen (Strukturkrise), Flucht in die Religion und Kriminalität (Regulationskrise) und Parallelgesellschaften, die der Aufnahmegesellschaft feindlich gegenüberstehen (Kohäsionskrise).

Sie bedrohen gemeinsam den Zusammenhalt in der Gesellschaft so fundamental, dass letztlich die Demokratie an sich gefährdet ist. Ein Funke reicht aus, damit die Unzufriedenheit sich landesweit mit Gewalt entlädt. In einem Staat, in dem die Menschen kein Gefühl der Gemeinschaft und Solidarität mehr füreinander empfinden, könnten die Folgen gravierender sein als wir sie uns heute vorstellen können.

Die Lösung: Remigration und Leitkultur

Die Lösung dieser Probleme kann nur in einer Ausrichtung der Zuwanderungspolitik auf das Ideal ethnokulturell relativ homogener Gesellschaften liegen. Die ethnokulturelle Fragmentierung muss durch Remigration und Leitkultur abgebaut werden. Denn die Desintegration der Gesellschaft ist kein Betriebsunfall, sondern ist notwendige Folge der Massenzuwanderung und ethnokulturell fragmentierter Gesellschaften.