Bis zu den etablierten Journalisten und Politikern hat es sich noch immer nicht durchgesprochen: Die Identitäre Bewegung kritisiert nicht den Islam, sondern die Islamisierung. Diese Feststellung ist von großer Bedeutung.

Wenn wir die Islamisierung kritisieren, geht es uns um drei Entwicklungen:

  1. Sie ist ein Verdrängungsprozess
  2. Sie führt zu Fragmentierung der Gesellschaft
  3. Sie hebelt die Demokratie mittels der ethnischen Wahl aus.

Festzuhalten ist: Diese Islamisierungskritik unterscheidet sich von der Islamkritik.

Islamkritik und Islamisierungskritik

Der Identitären Bewegung geht es um den Erhalt der ethnokulturellen Identität Europas, seiner Völker und Regionen. Es geht um unsere unverwechselbare Art und Weise zu leben und ein Teil der menschlichen Vielfalt zu sein – um unser ethnokulturelles Erbe, das über Jahrtausende von Generation zu Generation weitergegeben wurde und auch wir unseren Nachfahren weitergeben wollen.

Gäbe es nicht die Islamisierung, hätte der Erhalt unserer ethnokulturellen Identität auch nichts mit dem Islam zu tun. Anders bei der Islamkritik: Sie geht über die identitäre Position hinaus und würde es prinzipiell auch ohne die Islamisierung geben. Sie kann sich auf drei Weisen zur identitären Idee verhalten:

  1. Als Abwesenheit: Als Identitärer muss man sich nicht mit dem Islam beschäftigen.
  2. Als Ergänzung: Eine nicht-universalistische Islamkritik widerspricht nicht prinzipiell der identitären Idee.
  3. Als Widerspruch: Wenn die Kritik in einen Universalismus kippt.

Europa und Islam

Wir Identitäre lehnen eine Hierarchisierung in fortschrittliche und rückständige, höher- und minderwertige Kulturen ab. Diese Position lässt sich folgendermaßen zusammenfassen: Die Verteidigung des Eigenen und die Anerkennung des Anderen.

Beim Islam handelt es sich um eine außereuropäische Religion, die mit der europäischen Identität nicht vereinbar ist. Wichtig ist die Feststellung, dass der Islam nicht per se als rückständig oder minderwertig angesehen wird, sondern nur als etwas Anderes, das eben nicht europäisch ist. Nur das Establishment sieht darin eine Abwertung, weil es universalistisch sich selbst als Gipfel der Menschheit wähnt und damit implizit abwertet, was nicht zur eigenen Gruppe gehört!

Lange Zeit gab es die Vorstellung, der Islam könne europäisiert werden. Selbst Bassam Tibi, der die Vision eins „Euro-Islam“ prägte, musste inzwischen gestehen: „Es stimmt, diesen Begriff habe ich geprägt. Aber heute muss ich sagen: Ich kapituliere. Den Euro-Islam wird es nicht geben.“ Mit der Islamisierung Europas geht deshalb ein Verdrängungsprozess einher.

Dabei ist besonders paradox, dass selbst der Liberalismus, welcher der Islamisierung den Weg ebnet, indem er „Religion“ (ich spreche vom Islam bewusst als einer Kultur) zur Privatsphäre erklärt, einer typisch europäischen Art und Weise zu denken entspricht:

„Außerdem ist der westliche Liberalismus, was vielen Muslimen durchaus bewusst ist, nicht so sehr Ausdruck der säkularen, post-religiösen Anschauungen, die unter liberalen Intellektuellen weit verbreitet sind, als vielmehr – zumindest aus der Perspektive des Islam – ein organisch aus dem Christentum hervorgegangenes Ideengebäude. Die Trennung zwischen Kirche und Staat reicht zurück bis in die frühesten Tage der christlichen Zivilisation. Die Formen dieser Trennung waren früher andere als heute, aber auf ihnen gründen die modernen Entwicklungen. Das Wort säkular selbst entstammt dem Wortschatz des Christentums.“ (Charles Taylor)

Wer Islamkritik betreibt, kritisiert nicht diesen Verdrängungsprozess durch eine fremde Kultur, sondern die Kultur selbst. Paradoxerweise ist es gerade Europa mit seiner Tradition radikalster Religionskritik, das diese Kritik in Zeiten des IS-Terrors zunehmend tabuisiert. Andererseits vergessen viele Islamkritiker (vor allem die liberalen Islamkritiker) dabei ihre eurozentrische Perspektive. Festzuhalten ist jedenfalls: Während Identitäre einen Verdrängungsprozess einer Kultur durch eine andere kritisieren, sprechen Islamkritiker über den Islam selbst.

Das Verhältnis zum Islam

Aus dem Gesagten ergeben sich zwei verschiedene Stoßrichtungen, die in der politischen Arbeit auseinandergehalten werden müssen. Die Aufgabe der Identitären Bewegung in Bezug auf den Islam ist erledigt, wenn die Islamisierung gestoppt und eine Deislamisierung eingeleitet wurde. Der Islam wird dann – in welcher Form auch immer – weiterhin in seinem Kulturraum als Teil der menschlichen Vielfalt bestehen. Die Islamkritik hingegen wird auch dann noch über den Islam und seine Probleme nachdenken.

Anders formuliert: Würde es beispielsweise eine Massenzuwanderung von Buddhisten aus Thailand geben, würden wir Identitäre die „Buddhismisierung“ kritisieren, ohne zu einer Kritik am Buddhismus selbst gezwungen zu sein.

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