Ich bin identitär – und das Wort ist in aller Munde. Aber in Gesprächen wird mir immer wieder klar, dass viele nicht genau wissen, was damit überhaupt gemeint ist.

Die erste Annäherung ist leicht: identitär kommt von Identität. Das ist keine Überraschung, aber wichtig: Die Identitären sind diejenigen, die davon überzeugt sind, dass die Frage nach der Identität die zentrale Frage des 21. Jahrhunderts ist.

Erhalt der ethnokulturellen Identität

Dabei hat der Begriff Identität viele Facetten: individuelle und kollektive Identität, Geschlechtsidentität, Arbeitsidentität und viele mehr. Es mag philosophisch zwar durchaus interessant und wichtig sein, sich mit all diesen Facetten zu beschäftigen, doch wir Identitäre beschäftigen vor allem mit der Frage nach der ethnokulturellen Identität.

Warum:  Weil die ethnokulturelle Identität der Rahmen ist, auf dem alle anderen Identitäten beruhen. Und dieser Rahmen ist in Gefahr. Nicht aufgrund von Migranten, sondern aufgrund unserer selbstverschuldeten Entwurzelung. Erst diese Entwurzelung machte Probleme wie Massenzuwanderung, Großer Austausch udg. möglich. Der Entwurzelung und ihren Folgen entgegenzuwirken ist die große Aufgabe der Identitären Bewegung.

Identitär ist derjenige, der sich zum Erhalt der ethnokulturellen Identität bekennt. 

Moderne Ideologien

Hinzu kommt aber noch ein wesentlicher Punkt. Wir Identitäre haben erkannt, dass die Entwurzelung eine notwendige Folge der Moderne ist. Die Grundstruktur modernen Denkens leitete eine jahrhundertelange Entwicklung ein, an deren Ende das gleichförmige, absolut freie Individuum steht.

Auf dieser Grundstruktur bauen auch alle drei großen Ideologien auf: der Liberalismus, der Sozialismus und der Nationalismus. Sie sind nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems. Es gilt ihre Prinzipien und Wahrheiten zu entdecken, zu relativieren und als Impulse für eine neue politische Theorie zu nutzen.

Diese Aufnahme von Impulsen unterscheidet uns vom bloßen Konservativismus, in dessen Traditionslinie wir stehen. Mit ihm weisen wir die Grundstruktur modernen Denkens zurück, wie den Individualismus, den Rationalismus, den Fortschrittsglauben und den Universalismus .

So können Identitäre sozial sein, aber niemals sozialistisch. Sie können liberal sein, aber niemals liberalistisch und sie können national sein, aber niemals nationalistisch.